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Akelsbarg
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Akelsbarg, Gemeinde Großefehn, Landkreis Aurich



1. Lage und Siedlungsform


Der östliche Teil und das Zentrum des Geestdorfes wurde auf Gley-Podsol und der westliche
Teil überwiegend auf Plaggenesch (unterlagert von Braunerde) auf einem Höhenniveau
zwischen 8,2 - und 9,7 m über dem Meeresspiegel (NN) gegründet. Im Norden befindet sich ein
Gebiet mit Gley-Podsol und Erd-Hochmoorauflage. Die Streusiedlung liegt etwa zweieinhalb
Kilometer nordöstlich von Holtrop und etwa sieben Kilometer südöstlich von Aurich.

2. Vor- und Frühgeschichte



3. Ortsname


Akelsbarg wurde 1798 gegründet; doch bereist 1787 besiedelte Hinrich Jauken eine Anhöhe im
Moor. Der Name wurde 1804 erstmals urkundlich erfasst. Da kaum anzunehmen ist, dass es sich
beim Bestimmungswort um nl. akel ‚Ekel’ handelt, muss wohl offen bleiben, was für eine Art
Berg hier gemeint ist. Möglicherweise ist auch von einem Rufnamen wie Ockel, Okkel oder
Okele auszugehen.


4. Geschichtlicher Überblick


a. Entwicklung der Gemeinde bis zur Weimarer Republik
Die Einwohnerwehr bestand im September 1919 aus 33 Mann mit 18 Waffen.
b. Veränderungen in der NS-Zeit
In Akelsbarg befand sich das Kriegsgefangenenlager AK. Nr. 5501, das sich in einer Schulklasse
befand und in dem etwa 30 Serben untergebracht waren. Im Januar 1945 wurden hier nur noch
16 Serben gezählt.
c. Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg


1946 wurden hier insgesamt 634 Einwohner verzeichnet, wovon 97 Personen Flüchtlinge waren,
was einem Anteil von 15,3% entspricht. 1950 registrierte man 653 Einwohner. Die Zahl der
Flüchtlinge lag bei 77. Die Quote sank somit auf 11,8%.
d. Statistische Angaben
Die Gemarkung Akelsbarg umfasst 7,87 km². Bevölkerungsentwicklung: 1821: 31; 1848: 101;
1871: 224; 1885: 218; 1905: 334; 1925: 526; 1933: 543; 1939: 518; 1946: 635; 1950: 653; 1956:
601; 1961: 578; 1970: 600.

5. Nebenorte, Kolonien, Wohnplätze



6. Religion



7. Bildung, Kunst, Kultur
a. Schulische Entwicklung
b. Theater, Museen, Kino, Musik, Zeitungen
c. Kunsthistorische Besonderheiten
d. Namhafte Persönlichkeiten

8. Wirtschaft und Verkehr


Haushaltungen, Nutztiere
1848 beinhaltete Akelsbarg achtzehn bewohnte Häuser, in denen 101 Personen beheimatet
waren. 1867 wurde die Siedlung ohne statistische Angaben als Nebenort von Felde verzeichnet.
Landwirtschaftliche - und nichtlandwirtschaftliche Betriebe, Berufspendler
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sank kontinuierlich von 90 (1949), über 87 (1960) auf


75 (1971) ab. Dabei waren 1/6/3 große-, 51/45/47 mittelgroße - und 38/36/25 kleine
Unternehmen beteiligt. Es gab also überwiegend mittelgroße -, aber auch viele kleine Betriebe zu
verzeichnen. Die Zahl der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten nahm stetig von 16 (1950),
über 9 (1961) auf 8 (1970) ab. Der Anteil der Handwerksunternehmen lag 1950 bei 50- und 1961
bei gut 44%. Auch die Summe der Erwerbspersonen reduzierte sich beständig von 347 (1950),
über 286 (1961) auf 253 (1970). Dagegen erhöhte sich die Quote der Auspendler kontinuierlich
von 0,6-, über 20- auf fast 44%.

Handwerker, Gewerbetreibende
Das Einwohnerverzeichnis von 1880/81 weist in Akelsbarg lediglich einen Gastwirt aus. 1926
wurde der Ort vornehmlich durch Kolonisation geprägt, denn es wurden 36 Kolonisten und 2
Kolonate verzeichnet. Des Weiteren registrierte man hier jeweils einen Elektriker, Fischer,
Gastwirt, Kaufmann, Matrosen, Schuster und Zimmermann, sowie 12 Arbeiter.

Genossenschaften:
Folgende Konsortien sind bzw. waren hier lt. Genossenschaftsregister gemeldet:
· Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft Akelsbarg, gegründet am 13.03.1922
· Elektrizitätsgenossenschaft Akelsbarg, gegründet am 17.03.1926, aufgelöst am 04.03.1952

Boden- und Wasserverbände:

Gemeinheitsteilung:



9. Politische Orientierung und öffentliche Meinung


Bei der Wahl zur Nationalversammlung im Januar 1919 gewann die liberale DDP, die zu Beginn
der Weimarer Republik in vielen Gemeinden großen Zuspruch fand, souverän mit der
komfortablen absoluten Mehrheit von 59%, gefolgt von der nationalliberalen DVP mit 20,7%
und der SPD mit 19,1%.
Die Reichstagswahl 1924 führte zu einem starken Rechtsruck. Die rechtsradikale DNVP konnte
nach explosionsartigem Zugewinn mit 46,5% die Mehrheit erringen. Auch die DVP legte mit
37,5% enorm zu. Dagegen stürzte die DDP erdrutschartig auf 4,9% ab und die SPD konnte nicht
eine Wählerstimme für sich gewinnen.
1928 gab es erneut einen anderen Sieger. Nun stach der VSB1 (Völkisch-Sozialer Block), eine
Partei, die durch Zusammenschluss von DVFP (Deutschvölkische Freiheitspartei) und der
NSDAP entstanden war, mit 47,6% deutlich hervor. Die DNVP musste mit 18,8% kräftig Federn
lassen. Die DVP hatte sich nach herben Verlusten mit 10,5% zu begnügen. Leicht erholt zeigte
sich hingegen die SPD, die nun immerhin 10,5% für sich verbuchen konnte. Die rechtsextreme
NSDAP erreichte 9,4%.
Bei der Reichstagswahl 1930 war ein erneuter Rechtsruck zu verzeichnen. Die DNVP konnte mit
44% wieder triumphieren und die Nationalsozialisten legten mit 37,1% kräftig zu. Somit hatte
das ultrarechte Lager insgesamt einen Zuspruch von über 80%.
Die Reichstagswahlen von 1932 und 1933 führten zu einem Machtmonopol der NSDAP, denn


sie konnte nun unglaublich 97 - bzw. 93% der Wählerstimmen für sich verbuchen. Andere


Parteien spielten keine Rolle mehr.
Bei der ersten Bundestagswahl 1949 wurde die SPD mit 37,6% Wahlsieger, vor der DP mit
22,7%, der CDU mit 15,6% und der FDP mit 5,7%. Auffallend hoch war mit insgesamt 14,1%
der Anteil der Wähler, die sich für die Splittergruppierungen entschieden hatten.
Auch die folgende Wahl 1953 ging mit 35,4% an die SPD. Die CDU konnte ihren Stimmenanteil
mehr als verdoppeln und wurde mit 32,3% Zweiter. Die dritte Position eroberte die DRP
(Deutsche Reichspartei) mit 15,7%. Auf Platz vier kam der BHE (Block der Heimatvertriebenen
und Entrechteten) mit 8,7%.  Dieser Ortsartikel ist noch in Bearbeitung!



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1957 drehte die CDU den Spieß um und platzierte sich mit 41,7% deutlich vor die SPD, die sich
mit 30,6% bescheiden musste. Die DRP fand mit 12,8% erneut starken Zuspruch. Die FDP
erzielte mit 6,8% ihr bis dahin bestes Resultat.
Die Folgenden Bundestagswahlen bis 1972 konnte die CDU mit mehr oder weniger
komfortablen absoluten Mehrheiten von 52,2% (1961), 69,3% (1965), 50,9% (1969) und 55,1%
(1972) für sich entscheiden. Die SPD war, mit Ausnahme von 1969 (SPD: 20,1%; DRP: 23,7%),
mit 31,8% (1961), 22,4% (1965) und 38,3% (1972) jeweils zweite politische Kraft.

10. Gesundheit und Soziales


Vereine:


 

 
11. Quellen- und Literaturverzeichnis


Zu den Kurztiteln und zu den angeführten statistischen Angaben vgl. die Datei &dbquo;Literaturverzeichnis Historische
Ortsdatenbank Ostfriesland“

Quellen:
Kriegsgefangenenlager AK Nr. 550: StAA, Rep. 230, Nr. 90; StAA, Rep. 79, Nr. 3970; Rep. 44, Nr. 750
Amtsgericht Aurich: Genossenschaftsregister

Literatur:
bim, ...: Ein wehrhaftes Nest – Akelsbarg, In: Ostfriesland Magazin, 1986 - 5, S. 30-31
Eden, Hans Bernhard: Einwohnerwehren Ostfrieslands, S. 104
N. N.: 200 Jahre Akelsbarg: Festprogramm. In: Ostfriesische Nachrichten vom 22. Mai 1987 und Ostfriesen-Zeitung
vom 22. Mai 1987
N. N.: Das Werden der Gemeinde Akelsbarg, OZ, 1961, Ausgabe: 2.12.
Remmers, Arend: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren - die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, S. 18
Rieken, Rieko: Unsere Dörfer im Wandel, Sammlung aus: Upstalsboom. 1982-1986 Upstalsboom. Verlagsbeilage
der Ostfriesischen Nachrichten unter M 24, 131
Rieken, Rieko: Unsere Dörfer im Wandel: Akelsbarg, Upstalsboom, 1983, S. 6
Sonnenberg, Gefangen, S. 104
Uphoff, Bernd: Kurze Geschichte der Landgemeinden des Kreises Aurich: Zeitungsausschnittsammlung, Aurich: